Information des CELMRAZ in Oventik, Chiapas

(entnommen von der Homepage des CELMRAZ, aktualisiert im März 2017 von colectivo gata-gata)

SPANISCH UNTERRICHT

Die autonome rebellische zapatistische Sprachschule für Spanisch und Maya-Sprachen ‒ CELMRAZ ‒ ist Teil der ESRAZ und bietet Sprachunterricht für Menschen, die das autonome Bildungssystem in der Region Altos de Chiapas unterstützen wollen. Das autonome Bildungssystem wird ausschließlich mittels eigener Ressourcen, sowie der Solidarität der mexikanischen und internationalen Zivilgesellschaft, aufgebaut.

WAS IST DAS SPRACHZENTRUM

Es ist ein Ort des Austauschs mit verschiedenen Pueblos und Kulturen der Welt. Das Erlernen von Tsotsil und Spanisch ist eine konkrete Art und Weise dieses Austauschs, denn der Unterricht erfolgt im Kontext der Lebensrealität der indigenen Pueblos im Widerstand und das Sprachzentrum selbst befindet sich im Herzen des Caracol II von Oventik, im Schulgebäude der weiterführenden Schule ESRAZ. Alle Aktivitäten, die durchgeführt werden, bilden einen Teil des edukativ-kulturellen Austauschs und erfolgen auf der Basis der Gegenseitigkeit ‒ gegen einen ökonomischen Beitrag, den die Brüder und Schwestern der Schule zukommen lassen. Wir verwandeln Sprache nicht in eine weitere Handelsware. Wir verkaufen sie nicht, sondern wir teilen sie: Mit allen, die offen sind für diese bildende, politische und kulturelle Erfahrung; mit denen, die sich mit unserem Kampf identifizieren, für eine Welt, in der viele Welten passen. Das heißt: gegen Neoliberalismus und für die Menschheit.

WER KANN DARAN TEILNEHMEN?

Folglich können zu unserem Zentrum diejenigen kommen, die unsere Ideale von Gerechtigkeit, Freiheit und Demokratie für Alle teilen ‒ getreu der Sechsten Erklärung aus dem Lakandonischen Urwald ‒ unterschiedslos ihrer Sprache, Hautfarbe, Religion, Alter oder Geschlecht. Für die Zulassung zum Sprach-Programm, wird ein Empfehlungsschreiben benötigt. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass Verantwortung übernommen wird. Diese ist notwendig, um bis in unser Zentrum im Hochland ‒ im Caracol II desWiderstands und der Rebellion in Oventik ‒ zu kommen.
Die Interessenten können sich bei einer der autorisierten Organisationen akkreditieren lassen und mit einer beglaubigten Kopie des Schreibens ins Caracol und zur ESRAZ kommen.

ÖKONOMISCHER BEITRAG FÜR DIE ESRAZ

In Übereinstimmung mit dem allgemeinen Abkommen zwischen allen Unterstützungsorganisationen und entsprechend eines Gleichheitsgrundsatzes wurde festgelegt, dass für den Spanisch-Unterricht ein wöchentlicher Mindestbetrag zu entrichten ist, der dem Mindestlohn von DREI Tagen des Landes, in dem die Interessenten wohnen und arbeiten, entspricht. Als Gegenleistung bieten wir 15 Unterrichtsstunden (3 Stunden pro Tag, an 5 Tagen), 15 Essen und Unterkunft, die wir sowieso denen anbieten, die uns besuchen. Der Einfachheit halber bitten wir darum, den ökonomischen Beitrag bar und in mexikanischen Pesos zu entrichten. Das Geld wird dem Rat der Guten Regierung direkt übergeben, an dem Tag, den die Verantwortlichen der ESRAZ festlegen.
Bezüglich des Tsotsil-Unterrichtes bitte den entsprechenden Abschnitt lesen.

UNTERKUNFT UND VERPFLEGUNG

Die Brüder und Schwestern werden in dem Gebäude der Zapatistischen Rebellischen Autonomen weiterführenden Schule, 1o de Enero, untergebracht. Sie teilen sich Doppel-Stockbetten. Es empfiehlt sich einen warmen Schlafsack mitzubringen. Die Verpflegung übernimmt die ESRAZ. Sie besteht aus drei Essen pro Tag (Frühstück um 8 Uhr, Mittagessen um 14 Uhr und Abendessen
um 19 Uhr). Das Leitungswasser stammt aus dem Bach und wird sowohl zum Duschen wie für die sanitären Anlagen verwendet.

DER UNTERRICHT

In zapatistischem Sinne werden die Lernaktivitäten entsprechend den vorherigen Absprachen zwischen SchülerInnen und PromotorInnen (Lehrende) organisiert. Wir sind flexibel im Hinblick auf unterschiedliche Zeitpläne und Räume. Unterrichtsansatz sind Aktivitäten zur Lernstimulierung ‒ als Basis der gemeinsamen Arbeit. Die aktive Teilnahme aller ist zur Gestaltung und Entwicklung wichtig. Der Unterricht teilt sich in 2 Stunden intensiven Unterricht mit einem der PromotorInnen und eine Stunde mit offenen, kollektiven Aktivitäten aller an dieser Erfahrung Beteiligten (u. a. Filme über den zapatistischen Widerstand, Projekt-Besuche, Lieder, Tänze, Diskussionen,kleine freiwillige Arbeiten in der Bibliothek, Unterricht in den Bergen, am Fluss, unter einem Baum, etc.). Es werden drei Lern-Niveaus vorgeschlagen, die unter Einbeziehung aller definiert werden. Die Grammatik bildet lediglich ein Instrument unter vielen zurUnterrichtsgestaltung, insbesondere beim Anfänger-Niveau. Jedoch liegt der Hauptakzent auf dem KOMMUNIKATIVEN, deshalb legen wir den Schwerpunkt nicht so sehr auf Grammatik, sondern auf die Themen, die sich aus dem Austausch und der Interaktion ergeben. Von vorne herein sind viele Gespräche, gemeinsame Reflexion und Diskussion garantiert, denn das Anliegen aller, die zur Schule kommen, besteht darin, ihre
Erfahrungen, Kämpfe etc. auszutauschen.
PS: Es wäre sehr hilfreich, wenn Du vor Deiner Ankunft nochmals die » Sechste Erklärung aus dem Lakandonischen Urwald» liest… Es liegt an Dir, mit dem Unterricht bereits zu beginnen, bevor Du deine Sachen packst, um ins Caracol II, »Zentrisches Herz der Zapatisten angesichts der Welt«, zu kommen.

DAS KLIMA

Die Temperaturen variieren zwischen 10 und 20 Grad Celsius. Die Nächte können kalt werden, bis unter 9 Grad. Ein Teil des Jahres ist mit Nebel zu rechnen. („Der Nebel ist die Vermummung des Urwalds“, schreibt Eduardo Galeano.)

LAGE DES ZENTRUMS

Es befindet sich eine Stunde von San Cristóbal de Las Casas entfernt. Man muss einen Colectivo (Kleinbus) in Richtung Bochil nehmen. Die Fahrtkosten betragen ca. 30 Pesos bis Oventik. Abfahrtszeiten sind von 6 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags. Es gibt in Oventik keinen Telefonanschluss, der nächstgelegene befindet sich 20 Minuten entfernt in der Kreisstadt San Andrés.
Weitere Informationen kannst Du von den zur Akkreditierung autorisierten Organisationen bekommen.

TSOTSIL-UNTERRICHT

In Übereinstimmung mit dem allgemeinen Abkommen zwischen allen Unterstützungsorganisationen und entsprechend eines Gleichheitsgrundsatzes wurde festgelegt, dass für den Tsotsil-Unterricht ein Mindestbetrag zu entrichten ist, der dem Mindestlohn von VIER Tagen des Landes, in dem die Interessenten wohnen und arbeiten, entspricht. Dieser Betrag beinhaltet 15 Unterrichtsstunden
(3 Stunden täglich, 5 Tage die Woche). Das Essen ist extra zu bezahlen (450 Pesos pro Woche für 3 Mahlzeiten am Tag). Die Unterkunft ist, wie wir sagten, selbstverständlich für alle Besucher inklusive. Es wird gebeten, den Betrag bar und in mexikanischen Pesos zu bezahlen. Auch hier wird das Geld den Räten der Guten Regierung direkt übergeben.